Kredit aufnehmen: Was Sie beachten sollten

Sie wollen ein Kredit aufnehmen, weil teurere Wünsche oder plötzliche größere Reparaturen auf Sie zukommt. Hier finden Sie Tipps, wie Sie zu günstigen Krediten kommen und dabei nicht in teurere Kreditfallen tappen.

Ratenkredite galten lange Zeit als verpönt. Doch inzwischen hat sich das Schmuddelimage gewandelt, unterstützt auch durch marktschreierische Werbung der Banken und optisch günstige Zinssätze. Ob Auto, Möbel, den neuen Fernseher oder einen Traumurlaub – Kredit aufnehmen für einen besseren Lebensstandard gilt heute als normal.

Kreditfallen umgehen
Die aktuelle Finanzkrise wird die Kreditvergabe dabei wohl nur zeitweise bremsen. Immerhin gehören Ratenkredite für Privatkunden zu den lukrativsten Geschäftszweigen der Finanzinstitute. Auf der Jagd nach neuen Kreditnehmern lassen sich die Banken daher immer wieder neue Maschen einfallen. Das reicht von Lockangeboten mit niedrigen Zinsen bis zu Sonderkrediten für jeden erdenklichen Anlass.

Aber Vorsicht: Verbraucher sollten sich von den vielen Lock- oder Sonderangeboten nicht blenden lassen. Die günstigen Zinsen gibt es oftmals nur in der Werbung. Bei der Suche nach dem passenden Ratenkredit gibt es einiges zu beachten. Die folgenden Tipps sollen Ihnen dabei helfen, die Fallstricke bei der Kreditaufnahme zu umgehen.

Dispo- oder Ratenkredit?
So stellt sich vor einer Verschuldung in der Regel die Grundsatzfrage nach Dispo- oder Ratenkredit. Einen Dispositionskredit sollten Verbraucher immer dann in Anspruch nehmen, wenn sie das Geld schnell zurückzahlen können. Als Faustregel gilt dabei, dass der Geldbedarf nicht mehr als zwei bis drei Nettomonatsgehälter beträgt. Wird der Kredit über einen längeren Zeitraum benötigt, ist im Regelfall ein Ratenkredit trotz der anfallenden Bearbeitungsgebühren die preiswertere Alternative.

Wer Anschaffungen über den Dispo finanziert, sollte dabei auf keinen Fall den von der Bank eingeräumten Dispo-Rahmen überschreiten. Andernfalls wird es richtig teuer: Durch zusätzliche „Straf-Zinsen“ kann der Dispo-Zinssatz auf bis zu 15 Prozent und mehr steigen. Ist eine Überziehung des Dispo-Limits absehbar, sollte man vorher mit der Bank über eine Erhöhung sprechen. Hier zeigen sich Banken in der Regel verhandlungsbereit.

Tipps für das Kredit aufnehmen I

Konditionen vergleichen
Vor der Aufnahme eines Ratenkredites sollten die Konditionen verschiedener Anbieter verglichen werden. Für einen aussagekräftigen Vergleich müssen den unterschiedlichen Angeboten aber die gleichen Eckwerte zugrunde liegen. Hierzu zählen die Höhe des Kredits, die Laufzeiten, der Auszahlungstermin und der Rückzahlbeginn sowie die verkraftbare monatliche Tilgungsrate.

Auf den Effektivzins achten
Das zentrale Entscheidungskriterium bei der Wahl eines Ratenkredits ist der effektive Jahreszins. Hierin sind der Nominalzinssatz, die Bearbeitungsgebühr, das Disagio (Abgeld) und Agio (Aufgeld) sowie eventuell anfallende Versicherungsprämien und Provisionen enthalten. Je niedriger der Effektivzins, umso günstiger wird der Kredit.

Hier sollten sich Verbraucher im Vorfeld auch nicht von Lockvogelangeboten blenden lassen. Denn die in der Werbung suggerierten Zinssätze gibt es in den seltensten Fällen. Für den tatsächlichen Zinssatz spielen mehrere Faktoren eine Rolle, darunter die persönliche Bonität und das „Scoring“-Ergebnis der eingeholten Schufa-Auskunft.

Nicht zu kleine Rückzahlraten wählen
Einige Kreditinstitute bieten ihren Kunden auch vergleichsweise niedrige Rückzahlraten an. Beworben werden die monatlichen Miniraten häufig damit, dass dem Kreditnehmer so ein größerer finanzieller Spielraum für andere Sachen bleibt. Aber: Je geringer die Rückzahlrate, desto länger muss getilgt werden und desto länger fallen Zinsen an. Zudem verlangen einige Banken bei längeren Laufzeiten auch höhere Zinssätze.

Auf Bearbeitungsgebühren achten
Bei einigen Banken fallen für die Abwicklung eines Ratenkredites Bearbeitungsgebühren von im Schnitt zwei Prozent an. Hier gilt: Je kürzer die Kreditlaufzeit, umso teurer wird der Kredit, da sich die Bearbeitungsgebühr auch auf eine geringere Anzahl von Monaten verteilt. Falls möglich sollte ein Angebot ohne Bearbeitungsgebühr oder mit einer anteiligen Erstattung bei vorzeitiger Kreditablösung gewählt werden.

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Tipps für das Kredit aufnehmen II

Finanzierungsplan erstellen
Günstige Zinsen sind nicht alles. Vorab sollte unbedingt ein Finanzierungsplan erstellt werden, der auch unangenehme Faktoren wie längere Krankheit oder plötzliche Arbeitslosigkeit berücksichtigt. Denn zu optimistisch angesetzte Rückzahlungsraten können schnell in die Schuldenfalle führen.

Direkt- oder Filialbank?
Direktbanken ohne kostspieliges Filialnetz bieten meist günstigere Zins-Konditionen als die Hausbank um die Ecke. Und niedrigere Zinsen bedeuten bei gleicher Kreditsumme niedrigere Monatsraten bei der Rückzahlung. Ein großer Nachtteil der kostengünstigen Online-Kredite ist jedoch die oftmals fehlende Beratung.

Hier sind Filialbanken mit ihren Ansprechpartnern vor Ort im Vorteil. Mit ihnen können auch schwierige Kredit-Sachverhalte erörtert und realistische Finanzierungspläne erstellt werden. Allerdings bieten einige Filialbanken bereits über ihre Internetauftritte günstigere Kredite an. So lässt sich die Sicherheit einer Filialbank mit vergleichsweise günstigen Zinssätzen kombinieren.

Vorsicht vor Schufa-freien Kredite
Kritisch betrachtet werden sollten Banken, die mit Schufa-freien Krediten werben. Sie versprechen, bei der Bonitätsprüfung keine entsprechende Auskunft einzuholen und nach der Kreditauszahlung auch keine Mitteilung an die Schufa zu geben. Ihr Risiko, an Kreditnehmer mit negativen Eintragungen zu geraten, die die Kredite nicht zurückzahlen können, ist hoch. Das lassen sich die Institute jedoch durch sehr hohe oder schnell ansteigende Zinsen teuer bezahlen. Hier sollte man im Vorfeld gründlich überlegen, ob so ein Kredit wirklich dringend benötigt wird.